Ich will in dir drin sein und dich aufessen

Gestern war F. mal wieder bei mir. Nachdem ich ihm Mitte der Woche ein bisschen mein Herz ausgeschüttet hatte und ihm gesagt hatte, dass ich dabei bin, mich in ihn zu verlieben, ging es mir etwas besser. Wir verabredeten uns für gestern Abend. Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir uns bei ihm treffen, aber er meldete sich kurz vorher und meinte, dass er eh bei mir in der Nähe wäre. Ich schaute auf mein Handy, dann in mein Zimmer, dann schluckte ich. Ich schrieb ihm, er müsse mir eine halbe Stunde Zeit geben, damit ich mein Zimmer aufräumen könnte. Ich bin alles andere als ein Ordnungsfanatiker, aber ich fühle mich einfach nicht wohl, wenn es hier zu unordentlich ist und ich Gäste habe. Ich selbst kann in meinem Dreck hausen, es kann hier zugemüllt sein wie bei den Messies und mich stört das nicht, aber andere müssen das ja nicht unbedingt mitbekommen. Also rannte ich 30 Minuten wild zwischen Küche und Zimmer hin und her, waschte dreckiges Geschirr ab, räumte den Berg Kleider, der auf meinem Bett verteilt lag, auf, brachte die leeren Bierflaschen auf dem Balkon zum Bierkasten, machte mein Bett. Ich schaffte es sogar noch, mit ordentlich anzuziehen und frische Unterwäsche anzuziehen. Und dann klingelte es auch schon.

Aus irgendeinem Grund war ich mords aufgeregt, als F. die Treppe hochkam. Mein Herz klopfte. Ich schätze, weil ich gespannt war, wie ich mich fühlen würde, wenn er wieder da war, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich Gefühle entwickle. Ich hatte ein bisschen Angst, dass ich mich nicht mehr „normal“ verhalten könnte. Aber es war alles sehr entspannt. Wir küssten uns zur Begrüßung, setzten uns auf den Balkon. Ich machte eine Flasche Rotwein auf, er suchte Musik raus. Mein Papa gibt mir manchmal Wein aus seinem Weinkeller mit, entweder, wenn er etwas neues entdeckt hat, oder weil er weiß, dass bei mir irgendwelche Feiern anstehen. Ich bin unter Weintrinkern aufgewachsen. Ich mag zwar auch Bier, aber Wein viel viel lieber. Letztes mal, als ich daheim war, erzählte ich ihm, dass F. behauptet, in unserer Region gäbe es keinen guten Wein. Ohohoho. Das konnte mein Vater nicht auf sich sitzen lassen und gab mir einen Rotwein mit, den er relativ neu entdeckt hatte. Den gab’s jetzt gestern. F. sagte ich natürlich nicht, wo der Wein herkam. Aber er schmeckte ihm wenig überraschend sehr gut.

Wir redeten, gingen irgendwann rein, setzten uns aufs Sofa. F. zog meinen Kopf an seine Schulter. Wir wurden müde vom Rotwein. Dann kuschelten wir uns ins Bett und es dauerte nicht lange, bis wir wild knutschend unsere Finger nicht mehr voneinander lassen konnten. Wir zogen uns bis auf die Unterwäsche aus. Ich hab mich ziemlich gefreut, dass ihm meine Unterwäsche gefiel, ich trug eines meiner Lieblings-Sets von Victoria’s Secret. Eines dieser Dessous-Sets, die man anzieht, sich selbst im Spiegel betrachtet, und schon selbst geil davon wird, weil es einfach super aussieht. Ich blies ihm einen. Das macht bei ihm noch mehr Spaß als bei anderen Männern, denn man bekommt von ihm immer sofort ein deutliches Feedback. Ich liebe das. F. zog mich an sich hoch, bis ich über seinem Kopf kniete. Er zog mein Höschen zur Seite und leckte mich. Ich war unglaublich feucht. Und kam relativ schnell zum ersten mal. Ich drehte mich um und wir verwöhnten uns ein wenig gegenseitig in der 69er Position.

F. meinte, er hat jetzt richtig Bock mich zu vögeln. Wir waren beide rattenscharf. Er holte ein Kondom, aber ich bat ihn, mich erst noch zu fingern. Ließ der gute sich nicht zweimal sagen und attackierte meinen G-Punkt. Alter. Nach zwei never-ending-orgasms hätte der gute Mann mit mir alles machen können, ich war so willig. Er zog sich das Gummi über und los ging’s. Es war so geil. Ich kam. Und kam. Und kam. Und er unter lautem Stöhnen auch. Göttlich. Doch F. war noch nicht fertig. Er blieb in mir drin und bewegte sich immer weiter. Ich kam nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Ich war irgendwann so fertig. Ich war so unglaublich befriedigt.

Wir kuschelten ein bisschen und legten dann nochmal los. Er leckte und fingerte mich, fingerte an meinem Poloch rum. Fingerte mich anal. Ich wurde noch feuchter. Und war schon wieder so geil auf ihn. Ich schlug vor, dass ich mir den großen Analplug reinschieben könnte und er mich dann von hinten nehmen könnte. F. fand das top. Ich schmierte den Plug mit Gleitgel ein und führte ihn ein. Ich hatte bisher noch nie den großen Plug beim Sex getragen. Als F. eindrang fühlte ich mich so unendlich ausgefüllt. Ich kam sofort. Eigentlich war ich ein einziger Orgasmus während diesem Intermezzo. Der Sex war hart, F. rammelte voll drauf los. Es war kurz und heftig und geil.

Danach sanken wir erschöpft aufs Bett, kuschelten, hörten Musik von Christian Löffler (Ihr solltet folgendes Lied hören, wenn ihr diesen Beitrag weiterlest: Christian Löffler – Beirut). Ich fühlte mich so verliebt. Ich hatte das Gefühl ihm gar nicht so nah sein zu können, wie das mein Herz gerade gerne hätte. Ich wäre am liebsten in ihm drin gewesen, oder hätte ihn aufessen wollen. Ich sagte ihm: „Ich fühl mich voll verknallt.“ Er lächelte, fand das süß und zog mich noch näher an sich ran.

Ich habe in den letzten Tagen viel über’s Verliebt Sein nachgedacht. Klar wünscht man sich, zurückgeliebt zu werden. Aber es bereitet so eine Freude, verliebt zu sein und offen mit seinen Gefühlen umzugehen, dass es meiner Meinung nach besser ist, sich den Gefühlen hinzugeben, sie voll auszukosten, anstatt Angst zu haben, verletzt zu werden, und irgendwas zu unterdrücken, was letztendlich eh nicht funktioniert. Das wissen wir alle. Gefühle kommen und gehen. Sie sind mal stärker und mal komplett weg. Das kann innerhalb von Minuten total umschwenken. Wir sollten uns nicht so viel Gedanken darüber machen, was wird, ob Gefühle erwidert werden, sondern das ganze einfach nehmen, wie es kommt, und unsere Gefühle genießen, ohne unbedingt auf die „perfekte Reaktion“ des anderen zu hoffen. Wenn ich jemanden liebe, erwarte ich gar nichts. Zwar ist das non plus ultra, zurückgeliebt zu werden. Aber für den Moment will ich demjenigen vor allem so nah wie möglich sein. Ich will, dass derjenige sich mit mir über meine Gefühle freut. Dass sich alle wohlfühlen. Ich erwarte weder, dass wir jetzt eine feste Beziehung miteinander haben müssen, bloß weil ich mich verliebt habe, noch, dass der andere sein Leben nach mir ausrichtet. Ich will lediglich, dass der andere weiß, wie ich mich fühle, und ich mich dem ganzen hingeben kann. Und hoffe darauf, dass es ihm vielleicht auch mal so geht.

So ähnlich sieht das auch Sara in ihrem Blogeintrag zum Thema Verliebtsein. Ich hab diesen Eintrag gestern Nachmittag gelesen und mich davon total angesprochen gefühlt.

Meine neu gefundene Freundin C., mit der ich immer enger befreundet werde, weil sie gerade ähnliche Prozesse durchläuft wie ich, schrieb mir gestern folgendes:

„Beziehungen und ein Gefühl von Zugehörigkeit sind so wahnsinnig wichtig für uns Menschen. ‚We are wired for connection(s)‘ schreibt meine Lieblingsautorin Brene Brown. Und ich finde es stimmt. Ohne Zugehörigkeit und das Gefühl geliebt zu werden können wir nicht leben. Und das ist gut so wie ich finde. Und wenn man jemanden mag/liebt, dann aber das Gefühl nicht hat, zurückgeliebt zu werden, verletzt das. Das kann sogar neurobiologisch nachgewiesen werden, dass so etwas im Hirn wie körperliche Schmerzen ankommt. Total krass. Wenn manl iebt ist man gleichzeitig auch verletzlich. Aber das ist gewissermaßen gut so. Das macht uns menschlich und empathisch. Ein Trugschluss wäre es, wenn man sich davor schützen wöllte, indem man nicht mehr liebt oder Gefühle nicht mehr zulassen will. Dann verliert man jegliche Lebensfreude. Die schönsten Moment können sich dann ergeben, wenn wir eben genau verletzlich sind weil wir fühlen und lieben.“

Ich denke, dass das ein Thema ist, das mich noch eine Weile beschäftigen wird. Was sagt ihr denn dazu? Oder hab ich euch jetzt total verwirrt mit meinem Geschwafel? Ich hoffe nicht.

Liebevolle Grüße,

Eure Clara

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